03.06.2011/Kire

Liebe AEW Energie AG

Als Zwangskunde habe ich heute Euer vierteljährlich erscheinendes "Kundenmagazin" erhalten. Oft beschleicht mich beim Lesen das Gefühl, dass wir in unterschiedlichen Welten leben.

Während sich in Japan eine atomare Katastrophe abspielt, in Eurem Versorgungsgebiet 20'000 Leute gegen Atomkraftwerke auf die Strasse gehen und der Bundesrat die Energiewende beschlossen hat, ist in Eurem Heft die Rede vom smarten Strom der Zukunft, der Energie-Diät in der Küche und vom Verursacher des stetig steigenden Energieverbrauchs – dem Computer. Dass hier einiges Potenzial zum Sparen vorhanden ist, bestreitet niemand. Praktisch wäre es nun natürlich, wenn wenigstens einer der vier Tipps stimmig und ohne inhaltlichen Fehler auskommen würde.

Spätestens beim Umblättern kommt die Scheinheiligkeit jedoch zum Vorschein, wenn die Vorzüge von Elektrovelos gegenüber herkömmlichen beworben werden. Auch die "Öko-Strom-Produkte", die Ihr den KonsumentInnen ständig anzudrehen versucht, machen die Sache nicht besser – solange Eure Vergütung an die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen sagenhafte 16,20 Rp./kWh beträgt und Ihr mir dafür untertags für "Axpo Naturstrom Sky" 41,77 Rp. abknöpfen wollt. Übrigens: (Mit-)Betreibt die Axpo AG – an welcher die AEW Energie AG beteiligt ist – nicht 4 von 5 Schweizer AKWs?

Irgendwie scheint hier neben den Netzelektrikern (S. 13) auch die Marketing-Abteilung mit der Quadratur des Kreises beschäftigt zu sein. Vielleicht sollte man einfach aufhören, ein totes Pferd zu reiten – und die Chancen einer nachhaltigen Zukunft packen.


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