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31.07.2014/Kire

Fahrradtour 2014 - Norwegen

Bereits ist wieder eine Woche um, seit wir zurückgekommen sind. Einige Fotos und auch die verwendeten GPX-Tracks sind online. Eine gute Gelegenheit auch, um das Microblog ins normale zu überführen:

  • 26.07.2014 15:59 Nach kurzem Flug - und 2'800 km im Sattel und fast 32'000 Höhenmeter - wieder zuhause angekommen. Vielen Dank an die NorwegerInnen, dass wir an diesem super Sommer teilhaben konnten.
  • 25.07.2014 15:52 Selber Ort, selbe Zeit, gleiche Barfüsse - einfach sechs tolle Wochen später! (Oslo Flughafen)
  • 25.07.2014 03:40 Schöne Zugfahrt von Bergen nach Oslo genossen - leider mit "etwas" Verspätung". Dafür nun mit Sonnenaufgang auf dem Ekeberg über Oslo entschädigt!
  • 23.07.2014 20:48 Lecker improvisiertes Vegi-Grill-Menü a Discretion im Ziegel von Bergen (Kippers)!
  • 22.07.2014 18:55 Noch ein heisser Tag durch zerklüftetes Gelände. Nun Apero-Time in Bergen! (Und auf dem Weg zur Dusche)
  • 21.07.2014 20:58 Alpentäler, Wiesenlandschaften, Fjorde und eine Fährrundfahrt wechseln sich ab - immer hoch & runter und ziemlich heiss! (am Eidsfjord)
  • 20.07.2014 20:42 "Wild" zelten direkt am Fjord: Möven kreischen, Boote schaukeln, Kuhglocken bimmeln; Bad und Znacht bereits gehabt! Vorher: wunderschöne Abfahrt nach Bygstad. (5 km östlich von Osen)
  • 19.07.2014 23:11 Langsam macht sich Materialverschleiss bemerkbar: Heute morgen das Zelt (nach 200 Nächten und fast ebenso vielen Auf- und Abbauten) und am Nachmittag die Anhängerkupplung verarztet. Auch sonst war es heute wieder sehr abwechslungsreich: Abstecher zum Gletscher, dann Fahrt an Seen und Fjord vorbei und über ein Fjell an einem Skigebiet vorbei. (Byrkielo)
  • 18.07.2014 22:35 Direkt am Fjordende campen kann schon mal bedeuten, dass morgens um 8.00 Uhr ein Kreuzfahrtsschiff im Vorzelt parkt! Sind heute zuerst abseits der Strasse durch ein Hochtal (Fjell) entlang dreier Seen geradelt (wir sollten mal wieder wandern gehen!) und dann steil zu grünblauen Seen auf meereshöhe hinunter auf den Bremsen gestanden. Zelten nun umringt von Wasserfällen und Gletscherzungen! (Briksdalen)
  • 17.07.2014 20:53 Sind heute über einen Pass zum Geirangerfjord geradelt. Leider hat es um den Mittag geregnet. Dafür blieb Zeit, um mit den Töfffahrern aus Deutschland und Polen zu plaudern, die Touristenströme zu bestaunen und die aufsteigenden Wolken zu beobachten. Zum Abschluss ging es mit der Fähre spektakulär den Fjorden entlang nach Hellesynt!
  • 16.07.2014 21:15 Sehr imposante Tour über den Trollstigen gefahren! 10% Steigung sind mit Gepäck und Anhänger noch gut zu fahren. Mehr Zeit benötigen fast die Fotohalts! Nach dem Haarnadelkurvenaufstieg folgte eine 30 km lange Abfahrt zuerst durch das Fjell, dann runter zum Fjord. Nach der Fähre im Krämerladen von 1880 mit dem wohl 80-jährigen Besitzerpärchen geplaudert! (Eidsdal)
  • 15.07.2014 21:41 Eigentlich wollten wir uns schon heute an den Trollstigen wagen. Von gestern Abend bis heute Nachmittag hat es dann aber heftig geschüttet und sich mein Gangschaltkabel verabschiedet. Nun geht es morgen hoch! (Andalsnes)
  • 13.07.2014 19:55 Wir haben einen super Sommer in Norwegen erwischt: Ähnlich wie in Finnland vor vier Jahren ist mittlerweile mehrmals täglich Baden angesagt. Seit heute ist es wieder deutlich gebirgiger und "spannender". Nun noch ein Veloservice: Bremsen an Martinas Velo ersetzen, Pneus am Anhänger sind schon getauscht. (Alvund)
  • 11.07.2014 21:05 Eine laue Freitagnacht im alten Hafen von Trondheim kündet sich an. Nun dann gleich Pizza & Burger, Bier & Saft halb draussen auf dem Sofa im alternativen Cafe Bare Blabaer!
  • 10.07.2014 19:24 Heute sind wir beizeiten schon los: Zuerst über eine schöne Hochebene mit Mooren, Seen, Wäldern und Feldern, dann der Küste entlang. Erst am Nachmittag kam Wind auf, und nun prasselt ein Gwitter aufs Zelt. Eine Abkühlung zeichnet sich ab. (Trondheim)
  • 09.07.2014 20:50 Seit über einer Woche ist es nun über 30 Grad und oft schwül. In Oslo hat es gestern ein starkes Unwetter - wohl Gewitter - gegeben. Morgen müsste es etwas abkühlen - passend zur wohl anstrengenderen Fahrt nach Trondheim. (Beim Apero in Mosvik)
  • 07.07.2014 21:10 Fast vergessen: Haben heute noch zwei Elche gesehen. Der zweite zeigte sich wenig beeindruckt. Erst nach etwas Hin und her ist er schliesslich auf eine Insel davon geschwommen. Und: Sie traben auch so lustig wie die Rentiere. (Noch immer im Judihu - nun aber mit vollem Magen)
  • 07.07.2014 20:00 Nochmals ein heisser Tag mit vielen Aufs und Abs: Mit 1200 Höhenmeter schon mal etwas für den Trollstigen trainiert. Ein Gewitter ist eben vorbeigezogen. Nun Nachtessen! (Im Güggehü irgendwo südlich von Lund)
  • 06.07.2014 21:20 Heute war wieder ein heisser Sommertag. Zwischendurch hat es immer wieder böenartig stark gewindet - sehr warm und sogar durch Tunnels. Am Abend gab es dann ein Bad im Meer. (Kjelleidet)
  • 05.07.2014 22:35 Eine Fähre in Anndalsvag ist heute ausgefallen: Zeit, um im Meer die Füsse zu baden, der Flut zuzuschauen, mit dem stets gut gelaunten Töfffahrer aus dem Ruhrgebiet (ein letztes mal?) zu plaudern und ein schwedisches Polarbrötchen mit viel Flotemysost (Caramelkäse!) zu verdrücken. (Skogmo)
  • 04.07.2014 20:08 Gestern und heute am frühen morgen gabs noch einige Regentropfen - dann einen prächtigen Sommertag: Barfuss- und Grillwetter ist im Norden angekommen. In den letzten Tagen sind wir häufig auf Fähren "angewiesen". Mal gucken, ob wir es mal noch auf drei an einem Tag schaffen. (Sandnesjoen)
  • 03.07.2014 21:36 Heute sagt das Garmin das erste mal wieder einen Sonnenuntergang an: Um 00.51 Uhr. Während der Fahrt konnten wir ein Adlerpärchen beim Kreisen beobachten. Sind nun am Verdauen von Gemüse-Couscous "Masala". (Sjonbotn)
  • 02.07.2014 09:18 Zmörgele in den kurzen Hosen beim Gute-Laune-Camping bei Indre Kjelling (südlich von Bodo).
  • 30.06.2014 22:09 Sind auf der Fähre von Moskenes (Lofoten) zurück auf das Festland nach Bodo, sitzen auf dem Deck und gucken der Sonne zu, wie sie über die Lofoten zieht. Sensationell. (2/3 der Strecke)
  • 29.06.2014 23:13 Mitternachtssonne ist, wenn sie direkt über das offene Meer ins Zelt scheint. (Und man das Licht am Fahrrad nur in den Tunnels braucht. ;-) (Flakstad)
  • 28.06.2014 23:04 Richtig Wochenende: Leichte Tagestour nach Henningsvaer unter die Räder genommen, das nur über zwei Brücken zu erreichen ist. Sonne und Rundumsicht beim Aussichtspunkt genossen. An weissem Strand im Meer gestanden. (Kleppstad)
  • 27.06.2014 21:56 In den letzten zwei Tagen ist das Wetter gekippt: Blauer Himmel, viel Sonne und nur wenig Wind - Barfuss zum Znacht. Sind nun bereits auf den Lofoten und geniessen die Mitternachtssonne. (Solvaer)
  • 25.06.2014 22:09 Mitternachtsonne ist, wenn sich beim Schlafen der Schatten vom Velo an der Zeltwand abzeichnet. Heute wurde dann das Fahrrad auf dem Schnellboot mit Salzwasser "gewaschen". Zum Znacht ein Skyr und dann Gemüse-Szechuan mit Kartoffelstock genossen. (Harstad)
  • 24.06.2014 22:28 Gestern noch Sauna genossen. Heute dann schöne Alpenfahrt durch enge und dann weite Täler bis zum Malselvfossen (Wasserfall mit langer Lachstreppe) unter die Räder genommen. Berge sind noch immer schneebedeckt. In den tieferen Tälern ist Frühling. (Malselvfossen)
  • 23.06.2014 14:44 Auf der Mohle sitzend auf die Fähre warten - und Sonne und grandioses Panorama auf Lyngseider Alpen geniessen. (Olderdalen)
  • 21.06.2014 20:56 Kleine Passtour über das Kvaenangsfjell mit Applaus und Fotoshooting auf der Passhöhe - während wir nur Augen für links Frühling und rechts Schnee hatten. Dann rasante Abfahrt zum WC-Häuschen mit Radiomusik. (Oksfjord)
  • 19.06.2014 22:06 Haben heute eine Bergkette umrundet; vorbei an ersten Bauernhöfen (tlw. mit Kuhweide) und Fischzuchten im Fjord. Die Rentiere rennen immer noch recht lustig und sind überall anzutreffen. Zuerst hat es noch leicht geregnet, dann aufgehellt zu schönem und recht warmem Wetter. Morgen steht ein Ruhe- & Schontag an. (Langfjordbotn)
  • 18.06.2014 23:10 Alpines Hochland durchquert und an verschiedenen Samen-Siedlungen vorbeigekommen: Plötzlich sind 1000 Höhenmeter beisammen. Auf den Seen liegt noch Eis. Birken im Tal tragen Blätter.Leider ist's gerade ziemlich regnerisch. (Alta)
  • 17.06.2014 21:44 Heute die erste längere Etappe geradelt: 100 km nach Süden dem Fjord entlang. Eindrücklich und anstrengend ist der 7 km lange Nordkapptunnel - mehr als 200 m.u.M. unter dem Fjord hindurch; mit entgegekommenden Radlern. Wetter zuerst schön, manchmal etwas (gar) windig, dann teils bedeckt, nun Regen. (Olderfjord)
  • 16.06.2014 23:23 Abwechslungsreiche Fahrt zum Nordkapp. Fahrradbrille hilft auch bei Graupel und Schneesturm :-). Nun Kalt, aber geniale Wetter- und Landschaftsstimmung. Morgen gehts auf den Weg nach Süden. (Etwas nördlich von Honningsvag)
  • 15.06.2014 22:59 Flug hat tiptop geklappt. Gestern und heute in Tromsö verbracht. Wetter durchzogen. Schnee bis in tiefe Lagen.Nun sensationell mit der Hurtigruten auf dem Weg nach Honningsvag. (Skjervoy)
  • 13.06.2014 16:52 In Oslo vor dem Flughafen am Sünnele. Richtig warm! In einer Stunde geht es weiter nach Tromsö. Gepäck & Velos bereits wieder aufgegeben. (Gardermoen)
  • 08.06.2014 19:51 Heute Fahrrad-Funktionstest bei 30 Grad gemacht. Alles bestens. Nun fehlt noch eine Zwischenstreckenplanung. (Bremgarten)
  • 07.06.2014 12:35 Länger geplant. Nun geht es endlich los. In einer Woche müssten wir in Tromsö sein! (Bremgarten)

19.04.2013/Kire

Intelligentes Frankiersystem

an frankieren(ät)post.ch:

Sehr geehrte Damen und Herren

Besten Dank für die Zusendung Ihres Mailings zu intelligenten Frankiersystemen der Post.

Ihre Argumente haben mich überzeugt:

  • schnell, effizient und einfach
  • Tag und Nacht - kein Zeitverlust
  • vollautomatische Aktualisierung der Portopreise
  • Kostentransparenz
  • einfach zu bedienen

Darf ich Sie bitten, den entsprechenden Briefmarkenautomaten bei der Poststelle Bremgarten 1 wieder zu installieren.

Das Begrüssungsgeschenk von 150.- Portoguthaben stelle ich für Betrieb und Unterhalt zur Verfügung.

Besten Dank und mit freundlichen Grüssen


19.04.2013/Kire

Ich fahre doch nöd Taxi!

Szene:

Am Smokers Table vor dem Kino Arena Silhcity.

Mann, bunt gekleidet, Zigarette zwischen den Fingern, Handy am Ohr. Tiefe Stimme, brüllt ins Telefon:

Ich fahre doch nöd Taxi! Ich bin Manager! Ich fahre Limousine!

Rosemarie!


23.03.2013/Kire

Gastbeitrag auf netzpolitik.org

Vor einer Woche ist ein Gastbeitrag von mir auf netzpolitik.org erschienen, den ich hier gerne dokumentieren möchte:

Schweizer Regierung will Staatstrojaner, Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung, IMSI-Catcher – und Zugang zu allen Anlagen

ScreenshotIn den letzten Wochen hat der Schweizer Bundesrat (Exekutive) gleich zwei brisante Gesetzes-Entwürfe veröffentlicht: Mit der Revision des Bundesgesetzes betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) sollen die Strafverfolgungsbehörden und mit dem neuen Nachrichtendienstgesetz(NDG) der Staatsschutz mit umfangreichen Überwachungsbefugnissen ausgestattet werden. Die Aufzählung der Massnahmen liest sich wie der heimliche Wunschzettel einer Spitzelbehörde. Tatsächlich sind die Vorschläge aber sehr konkret.

Was harmlos mit dem “Einsatz von besonderen Informatikprogrammen zur Überwachung des Fernmeldeverkehrs” überschrieben ist, regelt tatsächlich das Einschleusen von sogenannter “GovWare”. Bereits in der Vergangenheit wurde der Trojaner Federal von Bund und Kantonen eingesetzt. Nun soll er also die zwingend nötige rechtliche Grundlage erhalten. Im Entwurf zum BÜPF wird jedoch darauf verzichtet, die Funktionalität der Spähsoftware auf die Überwachung des Fernmeldeverkehrs zu beschränken (Quellen-TKÜ). Dies hatte beispielsweise des deutsche Bundesverfassungsgericht zur Verfolgung von Straftaten gefordert. Der Bundesrat hält eine solche Vorgabe zum Schutz der BürgerInnen nicht für nötig. Erst die Verwendung von Daten, die aus der weitergehenden Online-Durchsuchung stammen, soll verboten sein. Für den Staatsschutz ist das heimliche “Eindringen in Computersysteme und Computernetzwerke” bei Bedrohung durch “terroristische Aktivitäten” oder Angriffen gegen kritische (Informations-) Infrastrukturen sogar explizit zugelassen.

Neben dem Staatstrojaner sollen (zukünftig) auch IMSI-Catcher den Polizeien die Arbeit erleichtern. Diese Massnahme erlaubt den Behörden, nicht nur als Man-in-the-middle Telekommunikation abzuhören, sondern auch herauszufinden, wer sich aktuell (mit eingeschaltetem Handy) im Umkreis befindet. Mit etwas offener Interpretation des Nachrichtendienstgesetzes dürften IMSI-Catcher auch von Staatsschützern eingesetzt werden können.

Seit 10 Jahren kennt die Schweiz bereits die Vorratsdatenspeicherung. Nun sollen die sogenannten Randdaten, aus E-Mail-, Chat-, Telefon-, SMS-Kommunikation und sogar aus der Briefpost, anstatt 6 neu für 12 Monate aufgezeichnet werden müssen. Die Ausdehnung der Speicherpflicht wird damit begründet, dass “diese Frist bereits vollständig oder grösstenteils abgelaufen ist, wenn die Behörde in der Lage ist, eine Überwachung anzuordnen”. Ein massiver Grundrechtseingriff wird also damit legitimiert, dass die Strafverfolgungsbehörden zu wenig schnell arbeiten. Eine Untersuchung dazu gibt keine. Die Nützlichkeit und damit die Verhältnismässigkeit der Überwachungsmassnahme ist nicht belegt. Im Gegenteil: Eine Studie des Max-Planck-Instituts kommt zum Schluss, dass die Vorratsdatenspeicherung für die effektive Strafverfolgung unnötig ist. Und eine direkte Gegenüberstellung der Aufklärungsquoten in der Schweiz (mit Vorratsdatenspeicherung) und in Deutschland (ohne) zeigt eine ähnliche, in einigen Deliktsbereichen jedoch eine massiv höhere Aufklärungsquote – für Deutschland. Zukünftig soll auch den Schlapphüten der Zugriff auf die Vorratsdaten offen stehen.

Das aktuelle BÜPF gilt ausschliesslich für Access Provider. Neu sollen auch “Anbieterinnen abgeleiteter Kommunikationsdienste, die Dienstleistungen von grosser wirtschaftlicher Bedeutung oder für eine grosse Benutzerschaft anbieten”, der aktiven Überwachungspflicht und/oder der Vorratsdatenspeicherung unterstellt werden können. Gemäss Bundesrat dürfte sich damit der Geltungsbereich von 50 auf bis 200 Organisationen erweitern. Betroffen sind vor allem reine E-Mail-Anbieterinnen, Hostingprovider, Chatanbieter etc.

Doch auch Tausende kleine Anbieterinnen von Internetdiensten, die einen Mailserver für ein paar Freunde oder ein Forum für den Tischtennisverein betreiben und Hotels, Spitäler, Schulen und Private, die ihr WLAN auch den Nachbarn zur Verfügung stellen, werden zu Gehilfen des Überwachungsstaates. Sie müssen “eine Überwachung […] durch den Dienst oder durch die von diesem beauftragten Personen dulden”. Und dazu “unverzüglich Zugang zu ihren Anlagen gewähren” und “die für die Überwachung notwendigen Auskünfte erteilen”. Wer sich einer Verfügungen des “Dienstes” widersetzt, soll mit bis zu 80’000.- Euro bestraft werden können.

Gemäss Entwurf können all diese Massnahmen nicht beliebig eingesetzt werden. Im Rahmen von Strafuntersuchungen ist die Zustimmung eines Zwangsmassnahmengerichts nötig und es besteht ein abschliessender Straftatenkatalog. Für den Staatsschutz gilt ähnliches. Leider ist selbst der kürzeste Straftatenkatalog noch sehr lang. So dürfen Staatstrojaner selbst zur Aufklärung von einfachem Diebstahl, grösseren Sachbeschädigungen oder Betrug verwendet werden. Und wenn Zwangsmassnahmengerichte und Staatsschützer ihren Auftrag gewissenhaft ausführen würden, hätte es vor der letzten Verschärfung keine Antennensuchläufe (= Funkzellenabfrage), keine Überwachung des kompletten Internetverkehrs – und in den 80er Jahren keine Fichierung (Bespitzelung) von 700’000 EinwohnerInnen (über 10 Prozent der Bevölkerung) gegeben.

Noch ist politischer Widerstand kaum zu spüren. In den Medien wurden bis jetzt hauptsächlich die Mitteilungen der Behörden verbreitet. Die Digitale Gesellschaft Schweiz, ein loser Zusammenschluss von (im weiteren Sinne) netzpolitisch aktiven Organisationen (wie CCC Schweiz, Digitale Allmend, grundrechte.ch, Piratenpartei Schweiz), hat sich ausführlich geäussert – und lehnt den Entwurf zum BÜPF als Ganzes ab.

Mit dem Vorschlag wird sich als nächstes das Parlament beschäftigen. Da mit der Vorlage auch zahlreiche Vorstösse von ParlamentarierInnen quer durch das politische Spektrum abgeschrieben werden, ist ein Ausgang schwer abzuschätzen. Zudem wird sie von Simonetta Sommaruga (Sozialdemokratische Partei) vertreten. Ob und wie sich die SP gegen ihre eigene Bundesrätin stellt, bleibt abzuwarten. Das Parlament kann ein Inkrafttreten beschliessen.

Zum NDG wurde eine Vernehmlassung gestartet. Bis zum 30. Juni können sich sämtliche interessierten Kreise zum Vorschlag schriftlich äussern. Die Ergebnisse werden zusammen mit dem (allenfalls überarbeiteten) Gesetzesentwurf dann dem Parlament unterbreitet.

Dieser Gastbeitrag stammt von Kire, u.a. aktiv bei der Digitalen Gesellschaft Schweiz.


23.02.2013/Kire

WanderarbeiterInnen bei Amazon

Die ARD hat letzte Woche einen Beitrag über die Arbeits- und Lebensbedingungen von WanderarbeiterInnen bei Amazon.de gezeigt. Aus Deutschland dürften die meisten Pakete für KundInnen aus der Schweiz stammen. Auch beim Online-Shopping gilt: Günstig ist meist weder nachhaltig noch fair.

Wer nun auf Amazon eindrischt, sollte nicht vergessen, dass die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schafft. Pit Wuhrer in der WOZ (leider nicht online):

Kurz nach Ausstrahlung des Filmes, der seither 1.5 Millionen Mal auf der Website ard.de angeschaut wurde, brach eine Empörung über den Internethandelsriesen herein. [...] Bei so viel Protest will auch die Politik nicht abseitsstehen: Bundesministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte Aufklärung, hochrangige PolitikerInnen von SPD und Grünen kritisieren das Geschäftsgebahren von Amazon. Dabei war es die rot-grüne Regierung von Kanzler Gerhard Schröder gewesen, die Leiharbeit erst in grossem Stil ermöglichte (es gibt in Deutschland mittlerweile über 800´000 Leiharbeitskräfte) - und es war die schwarz-gelbe Koalition, die alle parlamentarischen Vorstösse zur Einschränkung dieses modernen Sklavenhandels blockierte.


25.11.2012/Kire

Aufruf: Unsere Vorratsdaten - jetzt!

Seit 10 Jahren kennen wir nun in der Schweiz die Vorratsdatenspeicherung. Die Provider sind gezwungen, die "Randdaten" aus der Kommunikation für die Behörden aufzuzeichnen. Dazu gehören bspw. Handystandort, benutzte IP-Adressen im Internet und Zugriffe auf das E-Mail-Postfach. Die Standortinformationen werden zunehmend auch für Rasterfahndungen verwendet. Damit wird, wer in der Nähe eines Tatortes sein Handy benutzt hat, zum Tatverdächtigen. Die Beweislast wird umgedreht.

Die Vorratsdatenspeicherung stellt nicht nur einen schwerwiegenden Eingriff in die Grundrechte dar, die erhobenen Daten unterliegen auch dem Datenschutzgesetz. Doch wer von seinem Recht auf Einsicht Gebrauch machen möchte, um seine eigene Datenspur nachzuvollziehen, wird von den Providern (auf Anweisung des BAKOM) abgewiesen.

Wir rufen daher dazu auf, gemeinsam Auskunftsbegehren zu stellen und den Druck zu erhöhen. Entsprechende Formulare und Hintergrundinformationen stehen zur Verfügung.

Mach also mit und reich Dein Auskunftsbegehren noch heute mit uns ein: PDF-Formular anpassen, Kopie der Identitätskarte beilegen - und ab die Post.

Meine Vorratsdaten - jetzt!


21.11.2012/Kire

George Orwell empfiehlt Tor


16.09.2012/Kire

Merkelantismus

Heiner Ganßmann schreibt in der aktuellen Ausgabe der Le Monde diplomatique über den Merkelantismus - einer zeitgenössischen deutschen Wirtschaftsauffassung. Unterhaltsam und verständlich arbeitet er im Artikel heraus, wieso die Rechnung nicht aufgehen kann.


13.09.2012/Kire

Arte-Dokumentation über Goldman Sachs

Arte hat letzthin eine sehenswerte Dokumentation über Goldman Sachs "Eine Bank lenkt die Welt" ausgestrahlt. Als Appetitanreger ist die Passage über den CEO Lloyd Blankfein (36:15 bis 38:16) zu empfehlen:


13.09.2012/Kire

GPX-Tracks

Da ich mittlerweile ein Outdoor-GPS-Gerät bei Wanderungen, Fahrradtouren etc. dabei habe und es neben der Navigation auch zur Aufzeichnung von Tracks verwende, möchte ich diese gerne (etwas aufbereitet) wieder veröffentlichen. Zusammen mit ein paar Links gibt es sie auf einer eigenen Seite.


Ältere Artikel


Nur die wenigsten Artikel aus dem alten Blog (November 2007 bis Dezember 2011) wurden übernommen.